Goats Head
Soup (1973)
Wer Angie sucht - den
Song mit
dem Engtanzen erst Sinn machte - wird auf der 'Ziegenkopfsuppen'-LP
fündig.
Musikalisch ein wenig an Sticky Fingers orientiert, ragen auf auf
dieser
Platte der Drogen-Rocker Dancing with Mr. D. und die Power-Nummer Doo
Doo
Doo (Heartbreaker) heraus. Keith' glänzt als Sänger auf dem
ruhigen
Coming Down Again, das bezeichnenderweise eine 100prozentige
Kehrtwendung
zu Happy darstellt.
Das ungemein
emazipatorische Star
Star sollte eigentlich Starfucker heißen, der Titel und einige
Textzeilen
mußten jedoch aus Marketing-Gründen abgeändert werden:
"... Your tricks with fruit was kinda cute I bet you keep your pussy
clean
... Honey, I am open to anything I don't know where to draw the line,
well
I'm making bets that you gonna get your man before he dies ..." (bzw.
nach
anderer Hörweise: "... you gonna get John Wayne before he dies
...").
Bewertung:
    
It's Only
Rock'n'Roll (1974)
Die schwächste
70er Platte
der Stones. Entstanden ist das erstmals in Eigenregie der 'Glimmer
Twins'
Mick & Keith produzierte Album in München. Die Songs, obwohl
zum
Teil vorzüglich instrumentiert, wirken seltsam uninspiriert und
kraftlos.
Selbst der bereits von Ron Wood beigesteuerte Hit It's Only Rock'n'Roll
(But I Like It) hat wenig vom Druck und der Performance, mit dem die
Stones
diesen später auf der Bühne präsentieren sollten
(nachzuhören
auf den Live-Platten).
Erwähnenswert
bleibt einzig noch Mick Taylors Gitarrenarbeit auf Time Waits For No
One.
Bewertung:
     
Black And Blue
(1976)
Der Name ist
Programm: die 'schwärzeste'
LP der Stones ist vom Funk-Soul des Gast-Keyboarders Billy Preston
geprägt.
Ersatz für Mick Taylor wurde durch verschiedene Gastgitarristen
gesucht
- Ron Wood setzte sich durch, spielt allerdings nur auf Cherry Oh Baby
und Hey Negrita, einem Song mit Jagger in der Doppelrolle als Freier
und
Hure...
Keith soll
später einmal während
eines Konzertes bei Fool To Cry (einer wirklich sehr ruhigen Ballade)
auf
der Bühne eingeschlafen sein! Das wohl beste Stück dieser
letztlich
doch durchschnittlichen Platte ist das elegische Memory Motel mit Wayne
Perkins als Gast an der Gitarre.
Bewertung:
     
Some Girls
(1978)
Nach den vorherigen
Durchhängern
verabschieden sich die Rolling Stones fulminant aus den 70ern. Punk
&
Disco regieren seinerzeit die Musikszene, doch die angeschlagenen
Altmeister
kontern, indem sie auf ihre Stärken setzen, gleichfalls aber auch
wieder neue Einflüsse aufnehmen: Miss You ist pure Disco und mit
When
The Whip Comes Down oder Respectable treten sie selbst einem Johnny
Rotten
in den Allerwertesten.
Neben der
Country-Ballade in gekünsteltem
tiefem Südstaaten-Slang Jaggers, Far Away Eyes, gefällt vor
allem
Keith' autobiographisches Before They Make Me Run ("... gonna find my
way
to heaven, cause I did my time in hell. I wasn't looking too good, but
I was feeling real well - I'm gonna walk, before they make me run ...").
Als beste Songs ragen
hier Beast
Of Burden (das 1983 - und vielleicht noch besser - von Bette
Midler
gecovert wurde) neben dem erneut wegen seiner Haltung gegenüber
Frauen
umstrittenenen Titelstück heraus: Jagger kommentiert seine bereits
dieserzeit nicht immer erwünschten Vaterschaften: "... Some girls
give me children, I never asked them for ... - und die heftigste
Proteste
auslösende Zeile ... black girls just wanna get fucked all night
..."
spricht wohl für sich.
Bewertung:
     
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